Vorsätze fürs Lernen

Meine Vorsätze fürs Lernen waren von Anfang an klar. Nachdem ich längere Zeit nichts mit Jura zu tun hatte, und in dieser experimentellen Phase viele Lernmethoden und Techniken kennenlernen durfte, bin ich froh, dass nun auch meine Einstiegsphase in die juristische Lernerei ablief, wie ich es mir vorstellte: Entspannt und voller Spaß, Interesse und wachsamer Neugier. Denn das sind wesentliche Voraussetzungen für ein waches Gehirn. Unser Gehirn mag kein stupides vor sich hinlesen von Dingen, die uns nicht die Bohne interessieren. Da schaltet es einfach ab und lässt uns im Stich. Bzw ist es eben einfach vernünftiger als wir. Es registriert in unserem Unterbewusstsein, dass uns das was wir gerade versuchen zu lernen eigentlich gar nicht lernen wollen und wertet unseren inneren Willen als wichtiger als den äußeren Druck. Das Ergebnis: viel vergeudete Zeit, Frustration und nichts in der Birne.

 

Das will natürlich keiner, und deswegen beschäftigt sich die Lernforschung schon längere Zeit mit den besten Methoden für das effektivste lernen. Es gibt unzählige Bücher zu dem Thema und zum Glück kann man viele der Methoden auch recht leicht und spontan einfach mal ausprobieren und so austesten welche dieser Methoden für einen selbst am besten funktionieren. So stelle ich mir jetzt während ich lerne z.b. vor, dass ich mit interessanten Kollegen zusammen sitze und mit diesen gemeinsam lerne. Oder ich visualisiere das Gericht oder eine sonstige reale Situation, in der ich das theoretische vor mir Liegende in der Praxis verwenden würde. Das macht die ganzen Sachen spannender, realitätsbezogener und das Gehirn speichert alles besser ab.

Und genau diese vielen verschiedenen Lernmethoden, die mir hier und da die letzten Jahre begegnet sind, teste ich jetzt auch für Jura. Denn mit Kindern hatte ich natürlich immer das Problem nur einen Bruchteil der Zeit lernen zu können, die ich von Kollegen mitbekomme. Und jetzt habe ich gerade wieder einen ganz Kleinen (2 Jahre) und dass die Großen inzwischen beide zur Schule gehen, verschafft mir auch nicht mehr Zeit. Egal, was bei mir gerade ansteht, gibt es einen wichtigen Termin in der Schule, mal ganz abgesehen von der Gesundheit der Kinder und vielen anderen Situationen, die zum Alltag einer Familie gehören, dann hat dies einfach Vorrang.

Und unter anderem natürlich auch wegen der Kinder habe ich in den letzten Wochen tatsächlich nicht unglaublich viel gelernt, aber in jeder passenden Gelegenheit und immer entspannt und in mir bewusst möglichst viel Interesse erzeugt und immer mit Techniken wie Visualisierung oder dem kontrollierten Einsatz meiner Emotionen.

Und auch wenn mein erster Arbeitstag noch vor mir liegt und ich damit kein zuverlässiges Feedback für meine Mühen habe, kann ich jetzt schon sagen, dass ich mich deutlich zuversichtlicher fühle als ich mich erinnern kann, dies jemals bei Jura empfunden zu haben. Und das ist definitiv ein Fortschritt, eine große Erleichterung und Grund zur Freude.

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